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Bunte Bilder, Reime, Tanz und Gesang: Hobby-Künstlerin mit Vorliebe für Marc Chagall

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Künstlerin
Katharina Ertl
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Kunst gegen die Gier

Stand: März 2024

Auf den ersten Blick zieht eine bunte, gefällige Bilderwelt den Betrachter in den Bann. Doch beim näheren Hinsehen verbergen sich hier „geheime Botschaften“.

Katharina Ertl malt keinesfalls einfach vor sich hin. Die gelernte Verkehrsplanerin plant vielfach politische Aussagen in ihre Gemälde ein. So deutet sie auf ein erst mal unschuldig anmutendes Bild von drei Beduinen auf Kamelen. Die heute 76-Jährige ließ sich dazu im Zuge einer Jordanien- und Israel-Reise anregen. Was so harmlos wirkt, erklärt sie in ihrem Gedicht, das sie „Der Weg nach Bethlehem“ genannt hat. Dort prangert sie an: „Die drei Beduinen aus unserer Zeit, sie schauen hinüber, der Weg ist noch weit. Dort hinter den Felsen soll Bethlehem liegen, statt leuchtendem Stern hör’n Raketen sie fliegen. Was ist aus dem Land, dem heil’gen geworden, dass Juden und Moslems sich feige ermorden? Ich frage nun hier, warum muss das so sein, sie glauben doch einzig an Gott nur allein?“

Gier und Märchen als Reim
Sie verweist außerdem auf ein in blau gehaltenes Bild mit abstrakten Zügen. „Ich bin ein großer Fan von Marc Chagall“, erklärt sie Farbgebung und Stil dieses Werkes.
Auf einem anderen Bild geht es um das bekannte Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“. Die Vorlage stammt vom frühromantischen Maler Philipp Otto Runge. Bekannt wurde es durch die Brüder Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Sie hatten es in ihre Sammlung von „Kinder- und Hausmärchen“ aufgenommen, die sie ab 1812 herausgaben. Das Thema, die unendliche Gier, bis alles verloren ist, stellt für die aus der thüringischen „Doppelkorn-Metropole“ Nordhausen Stammende ein weiteres wichtiges Gebiet dar. Das reicht so weit, dass sie das Märchen facettenreich und überaus lesbar in Reimform als Ballade verarbeitet hat.

Königskind in Aktion
Damit gehört Katharina Ertl zu den besonders vielseitigen „Königskindern“ aus Berlin-Karow. So nennen sich die Mitglieder der Freizeit-Malgruppe um Renée König. „Nach meiner Pensionierung war ich auf der Suche nach weiterer sinnvoller Beschäftigung. Malen war schon immer eine meiner Leidenschaften. Als Verkehrsplanerin in Berlin und nach der Wende bei der Stadt Eberswalde hatte ich ja ebenfalls mit bildlicher Darstellung zu tun“, erklärt sie. Damals war sie jeden Tag von Berlin-Buch und dann später vom benachbarten Berlin-Karow aus mit dem Auto gependelt. Ihr Ehemann Dr. Siegfried Ertl war als Medizin-Physiker in den Kliniken in Berlin-Buch beschäftigt. 2001 zog das Paar ins neue Einfamilienhaus in Berlin-Karow.

Singen und tanzen
„Auf der Suche nach Ausstellungsmöglichkeiten bin ich auf die Malgruppe von Renée König gestoßen. Sie hat ihr Haus ja bei mir um die Ecke. Damals präsentierten sie ihre Bilder regelmäßig im ‚Kirchlichen Begegnungszentrum‘ in Karow.“
Dieses stellt für die engagierte Hobby-Künstlerin heute einen Treffpunkt für eine weitere kreative Leidenschaft dar. Jetzt im Alter hat die Malerin den Umgang mit Tasteninstrumenten erlernt. Wenn sie dazu in ihrem Seniorentanzkreis zu Titeln wie „Auf einmal bist du 80“ oder „Over the Rainbow“ singt, übertragen sich Rhythmus und gute Laune blitzschnell. Dabei muss es niemanden auf den Stühlen halten. „Wir freuen uns über weitere Interessenten“, macht sie aufmerksam. „Mitmachen, statt sich zuhause zu verkriechen“, bringt sie dies auf den Punkt.

Einmischen ist wichtig
Übrigens knüpft sie bei Bedarf gerne am Wissen aus ihrem „alten“ Metier an. Dazu gibt es ja immer wieder aktuelle Anlässe: „Ich habe mich engagiert, als eine Verbindungsstraße von der B2 einfach quer durch Karow gebaut werden sollte, was den alten Dorfkern verkehrsmäßig völlig überfordern würde. Die aktuellen Pläne mit neuer massiver Wohnbebauung halte ich ebenfalls für unvertretbar. Ich bin noch ein Anhänger der bewährten Methode, dass erst die Infrastruktur mit Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und verkehrstechnischer Anbindung geschaffen werden muss, bevor man neue Bewohner ansiedelt.“ Mal sehen, wie sie diesen von vielen geteilten Standpunkt den politischen Entscheidern nahe bringt: vielleicht aus der Kombination von Bild, Reim und Lied?

Erstellt: 2024